Nach einem mehrmonatigen, europaweiten Wettbewerbsverfahren erhielt die Bietergemeinschaft RKW Architektur+ (Düsseldorf) und VenhoevenCS (Amsterdam) den Zuschlag für die Realisierung des neuen Zentralbads in Villingen-Schwenningen. Die Jury überzeugte der Vorentwurf sowohl gestalterisch als auch durch die umfassende Erfüllung der funktionalen und ökologischen Anforderungen. Das neue Zentralbad soll in moderner Holzoptik nach ökologischen Baustandards errichtet werden. Die gesamte Anlage wird barrierefrei gestaltet und fügt sich harmonisch in die Landschaft am Klosterhof ein.
Im Vergabeverfahren wurden fünf der sieben Gewerke an Anbieter aus der Region vergeben, wovon zwei direkt in Villingen-Schwenningen angesiedelt sind.
Gründe für den Neubau
BVS-Geschäftsführer Gregor Gülpen erläuterte den Hintergrund der Planungen: Das Hallenbad Villingen (Baujahr 1965) sei trotz regelmäßiger Wartungen technisch am Ende seiner Lebensdauer angelangt, wodurch das Bad grundsaniert werden müsste. „Im Bau des Zentralbads sehen wir eine notwendige Ersatzinvestition, um die anstehenden Kosten sinnvoll im Rahmen zu halten“, betonte der BVS-Geschäftsführer beim Pressegespräch.
Und er richtete seinen ausdrücklichen Dank an die Stadt: „Mein persönlicher und unser herzlichster Dank gehen an den Gemeinderat, die Stadtverwaltung und besonders an Oberbürgermeister Jürgen Roth für die finanzielle Unterstützung.“ 55 Millionen Euro wird das Zentralbad kosten, wovon die Stadt Villingen-Schwenningen 50 Millionen Euro trägt und die Bädergesellschaft 5 Millionen Euro.
OB Roth: „Ein Gewinn für unsere Vereine und die gesamte Stadt“
Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte die städtebauliche und gesellschaftliche Bedeutung des Zentralbads: „Das Zentralbad ist mehr als nur ein Schwimmbad; es ist ein verbindendes Element zwischen Villingen und Schwenningen. Ganz besonders freut es mich, dass wir damit optimale Bedingungen für den Schwimmunterricht in unseren Schulen und die engagierten Schwimmvereine schaffen. Mit diesem modernen Sport- und Freizeitangebot stärken wir die Lebensqualität für alle Generationen und steigern die Attraktivität unserer Stadt nachhaltig.“
Nächste Schritte
Nachdem der Gemeinderat dem Vorhaben zugestimmt hat, wurden 1,7 Millionen Euro für die nächsten 15 Monate freigegeben, um die Feinkonzeption und den genauen Kostenrahmen zu ermitteln. „Als Nächstes starten wir mit einer Kick-off-Veranstaltung mit den Planern. Damit beginnt die Ausarbeitung des Feinentwurfs“, informierte Bäderbetriebsleiter Christian Helbig. Die endgültige Umsetzung des Zentralbads muss durch einen separaten Beschluss des Gemeinderats genehmigt werden.
Die Auswahl des Planerteams erfolgte in einem europaweiten, zweistufigen Verhandlungsverfahren nach VgV. In der ersten Stufe wurden wirtschaftliche, finanzielle, technische und fachliche Eignungsnachweise geprüft. Durch ein Punktesystem wurden drei Bewerber für Stufe 2 ermittelt.
In der zweiten Phase bewertete die Jury die eingereichten Angebote nach den festgeschriebenen Kriterien wie nachgewiesener Fachkompetenz, Erfahrung mit vergleichbaren Großprojekten, überzeugenden Konzepten zur Erfüllung der gestellten Anforderungen, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft sowie Wirtschaftlichkeit.
Die Jury besteht aus dem Bäderbeirat, der aus jeder Gemeinderatsfraktion Mitglieder stellt, aus Sachverständigen, aus dem BVS-Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Jürgen Roth und BVS-Mitarbeitern.
Zentrale Eckdaten und Ausstattung
Die Inbetriebnahme des neuen Zentralbads ist für Ende 2030 geplant; zeitgleich werden das Hallenbad Villingen und das Neckarbad Schwenningen geschlossen. Die berechneten Gesamtkosten belaufen sich auf 55 Millionen Euro, wovon die Stadt Villingen-Schwenningen 50 Millionen Euro trägt und die Bädergesellschaft 5 Millionen Euro übernimmt. Pro Jahr wird mit rund 340.000 Besucherinnen und Besuchern gerechnet. Die Ausstattung umfasst ein 50-Meter-Sportbecken, ein 25-Meter-Becken sowie ein Mehrzweck- und ein Lehrschwimmbecken.
Ein Familienbereich mit Erlebnisbecken und Rutsche, ein Saunabereich, eine Zuschauertribüne sowie eine Gastronomie runden das Angebot ab. Grundlage für das Projekt ist der Bürgerentscheid vom Juni 2024, bei dem 60 Prozent der Abstimmenden für den gemeinsamen Standort am Klosterhof votierten.
Die beauftragten Planungsbüros
Für die zentralen Fachplanungen wurden folgende Büros beauftragt: Die Tragwerksplanung übernimmt das Büro Leonhardt, Andrä und Partner aus Stuttgart. Für Heizung, Lüftung, Sanitär und die Badewassertechnik ist die Kannewischer Ingenieurgesellschaft aus Baden-Baden verantwortlich. Die Elektroinstallation wird von der Firma plus-energie aus Villingen-Schwenningen realisiert. Das Büro Kurz und Fischer aus Stuttgart wurde mit der Bauphysikplanung betraut, während das Büro Anwander aus Villingen-Schwenningen die Brandschutzplanung verantwortet.